Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Beachten Sie bitte auch Frage 10:
Was sind die häufigsten Fehler, wenn man vorhat, eine (digitale) Modellbahnanlage aufzubauen ?
 
1. Wie gut muß man mit dem PC umgehen können, um einen automatischen Fahrbetrieb erfolgreich zu realisieren ? Wer privat oder beruflich normale Standardsoftware anwendet und die üblichen Systemroutinen (Diskette kopieren usw.) kennt, wird auch mit einer Steuerungssoftware für eine Modellbahn umgehen können. Eine gründliche Einarbeitung in die Software ist natürlich, wie bei jeder anderen auch, erforderlich.
Wer diese Voraussetzungen nicht mitbringt, benötigt ein hohes Maß an Lernbereitschaft.
2. Wieso hat ein für später vorgesehener Automatikbetrieb bereits Einfluß auf die Gleisplanung ?

Ein Automatikbetrieb lebt von der Vielfalt der möglichen, nicht leicht durchschaubaren Zugfahrten. Deshalb sollte man überall dort, wo es fahrtechnisch und optisch sinnvoll ist, Gleisverbindungen, Kehrschleifen, Verteilerkreisel, Überholstrecken usw. vorsehen.
Von jedem Einfahrtgleis sollte jedes Bahnhofsgleis, und von hier jedes Ausfahrtgleis erreichbar sein.
Gegenverkehr im Bahnhof und auf allen eingleisigen Strecken und kreuzende Zugfahrten sind eine Augenweide für jeden Fahrbetriebsfan und absolut sicher, wenn Digital- und Blockorganisation der Anlage stimmen (siehe nächste Frage).
Insofern sollte man sich vom analogen Denken in Ovalkreisformen freimachen und kann endlich viel gewagtere Gleisführungen entwerfen.
3. Was genau verstehen Sie unter 'Digitalorganisation' ?

Hierunter sind alle Vorarbeiten für die Realisierung eines sicheren Automatikbetriebes zu verstehen.
Ausgangspunkt sind maßstabsgerechte Gleispläne. Für die Software SOFT-LOK empfehlen sich dann folgende Schritte:
- Entwurf eines stilisierten Gleisbildes der gesamten Anlage,
- Festlegung der Signalpositionen und Kontaktstellen,
- Numerierung und Adressierung aller Weichen, Signale, Kontaktstellen usw.,
- Entwurf der Blockorganisation (Strecken-, Weichen- und Sicherungsblöcke),
- farbige, übersichtliche, zeichnerische Darstellung aller Elemente im Gleisbild, am besten in der Größe DIN A2,
- Entwurf der Drehscheibenprogrammierung und -steuerung,
- Eingabe aller Daten, Steuerungen und Adressen in den PC,
- Eingabe des Gesamt-Gleisbildes mit allen Elementen in den PC,
- Eingabe evtl. zusätzlicher Gleisbilder (Anlagendetails).

So vorbereitet macht das Programmieren der Schrittketten richtig Spaß !
4. Was ist eine Schrittkette ?

Eine Schrittkette ist eine Folge von Einzelereignissen, die in einer frei wählbaren Reihenfolge ablaufen sollen. Z.B. beim Lokstart:

1. Schritt: Licht einschalten,
2. Schritt: Blockstrecke anfordern,
3. Schritt: wenn Signal grün wird, dann bis zur Geschwindigkeit 4 anfahren,
4. Schritt: an Kontakt Nr. 15 auf Geschwindigkeit 9 beschleunigen
usw.

So kann jeder sehr detailierte Zugfahrten entwerfen und programmieren und sich am abwechslungseichen Fahrbetrieb erfreuen.
5. Wie funktioniert das Blocksystem genau ? Dieses Thema ist zu umfangreich, als daß es verstehbar in wenigen Sätzen abgehandelt werden könnte. Hier verweise ich auf meinen Erfahrungsbericht, in welchem u.a. auch das Thema Blockstrecken ausführlich beschrieben wird.
6. Wie sicher sind die Zugfahrten ? Sofern Block- und Digitalorganisation der Anlage stimmen, sind Zugfahrten absolut sicher. Auch müssen alle Weichenantriebe 100%ig funktionieren, was bei den Märklin Weichenantrieben Art.-Nr. 7549 leider nicht der Fall ist. Dieser Mangel läßt sich aber leicht durch Ablöten der Endabschaltung beheben. Genaueres siehe Erfahrungsbericht.
7. Wo sollten Kontaktstellen auf der Anlage installiert werden ? Überall dort, wo der Zug Informationen erhalten oder Informationen weitergeben soll.
Typische Stellen sind vor Signalen, vor Bahnhofszufahrten und hinter Bahnhofsausfahrten, vor, auf und hinter Steigungen, vor und hinter Bahnübergängen, vor Prellböcken, auf der Drehscheibe, an den Drehscheibenanschlüssen, in den Schuppen usw.
8. Läßt der Spielspaß bei Automatikbetrieb nicht schnell nach ?

Das kommt darauf an, wie interessant der Automatikbetrieb angelegt ist. Und das ist natürlich in hohem Maße abhängig von den eigenen Ideen bezüglich Gleisführung und Fahrbetrieb (siehe Menupunkte Gleisplanung und Faszination Fahrbetrieb).

Wenn man z.B. nur vom Bahnhof in den Schattenbahnhof fahren kann und von dort wieder in den Bahnhof, dann verliert man allerdings bald den Spaß, weil der Gleisplan nicht mehr hergibt und die Zugfahrten dadurch langweilig werden (siehe auch Frage 2).

Auch bei wenig Platz lassen sich interessante Gleispläne entwerfen, wie ich es an konkreten Beispielen unter dem Menupunkt Gleisplanung des öfteren gezeigt und in meinem MIBA-Heft vom November 2009 "Profi-Gleispläne für die Baupraxis" ausführlich dargestellt und beschrieben habe. Aber leider wird der vorhandene Platz für die Anlage von Modellbahnern oft nicht sinnvoll genutzt.

Auch heute, nach über zwölf Jahren, erfreuen mich immer noch die schönen, zufälligen und daher spannenden Zugbegegnungen. Und es macht mir großen Spaß, immer wieder neue und raffiniertere Zug- und Rangierfahrten auszutüfteln.

Würde das nicht auch Sie reizen ?
9. Soft-Lok läuft unter DOS. Ist dieses Betriebssystem nicht längst überholt, oder welche Vorteile hat es  ? Das gute alte DOS wird sicherlich einmal aussterben. Aber spätestens dann gibt es vermutlich eine WINDOWS-Version von Soft-Lok. Die wesentlichen Vorteile unter DOS können Sie jedoch noch über Jahre hinaus nutzen:

- geringe PC-Beschaffungskosten. Ein ausrangierter, aber noch voll funktionsfähiger 486er mit 66 MHz reicht vollkommen aus und ist mit Bildschirm, Tastatur und Maus gebraucht für ca. 50 - 80 EUR zu haben, oft sogar kostenlos, weil ihn niemand entsorgen will.
- keine Systemabstürze. Das bewahrt Sie davor, mit ansehen zu müssen, wie z.B. sechs Züge mit der aktuellen Geschwindigkeit unkontrolliert auf Ihrer Modellbahnanlage weiterfahren. Eine Horrorvision !!!
- schnelle und sichere Datenverarbeitung. Alle Prozesse laufen im sog. konventionellen DOS-Speicher ab. Eine gleiche Leistung ließe sich unter WINDOWS nur mit einem teureren PC ab ca. 800 MHz erreichen.
- Soft-Lok unter DOS erfüllt alle Leistungsmerkmale, die ich unter Software-Auswahl aufgeführt habe, und inzwischen viele andere mehr.

TIP: Wer einen sehr differenzierten, sicheren automatischen Fahr- und Rangierbetrieb realisieren möchte, sollte überlegen, ob es wegen der hohen Leistungsfähigkeit von Soft-Lok für ihn nicht bessser ist, die DOS-Version vorerst in Kauf zu nehmen.
10. Was sind die häufigsten Fehler, wenn man vorhat, eine (digitale) Modellbahnanlage aufzubauen ?

Die nachfolgende Auflistung von Fehlern erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Diese Fehler kommen einzeln oder in unterschiedlicher Kombination immer wieder vor. Sie führen in der Regel zu erheblichen Mehrkosten, zu unbefriedigenden Ergebnissen und oft zu unnötiger Mehrarbeit und erheblichem Stress. Sie lassen sich aber doch vermeiden, oder ?

- Fertigung des Anlagenunterbaus ohne genaue Vorstellungen über die Lage und den Platzbedarf der Anlagenbereiche,
- mangelhafte Nutzung der vorhandenen räumlichen Möglichkeiten,
- voreilige Anschaffung von ungeeigneten oder unnötigen Digitalgeräten,
- Nachrüstung oder Anschaffung von Loks mit Digitaldekodern, die zu einer nur unbefriedigenden Fahrweise führen,
- Festhalten an Standard-Gleisplanentwürfen, die im analogen Denken konzipiert wurden und daher kaum einen abwechslungsreichen Fahrbetrieb ermöglichen, (siehe Gleisplanung und Erfahrungsbericht),
- Bau eines Schattenbahnhofs, ohne zu wissen, wie es 'oben' weitergehen soll,
- Vernachlässigung von Zugriffsmöglichkeiten auf alle Anlagenteile,
- die technischen und gestalterischen Anlagenbereiche nicht zuende zu denken und nicht maßstäblich zeichnerisch darzustellen (siehe Gleis- und Landschaftsplanung) z.B. die Höhenentwicklung, die Brücken, die Straßen und Wege usw.,
- zu groß, zu viel und zu schnell bauen wollen,
- übertriebene Perfektion in Verbindung mit einer ausgeprägten Neigung zum Purismus,
- unzureichende Information über Funktionsweise, Möglichkeiten und Konsequenzen eines Digitalbetriebs (siehe Erfahrungsbericht),
- Verzicht auf einen PC-Einsatz bei Digitalbetrieb. Alles wird dadurch zu umständlich, störanfällig, unkomfortabel und viel zu teuer. (siehe Erfahrungsbericht),
- zu hohe Erwartungen an die Produkte der Herstellerfirmen,
- anfangen zu bauen, bevor man selber weiß, was man genau will !

Man wird sicherlich nicht jeden Fehler vermeiden können. Angst, Fehler zu machen, wäre sogar schädlich. Schließlich kann man ja aus ihnen lernen.
Die Liste soll aber ein Bewußtsein für Fehlerquellen schaffen und damit helfen, stressarm zu guten Ergebnissen zu gelangen. Letztendlich kann man sich ja auch beraten lassen.

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Wird fortgesetzt !